Mehr Kontrollen, zahlreiche Sicherstellungen und dutzende vollstreckte Haftbefehle: Die Bundespolizeidirektion Berlin hat eine umfangreiche Bilanz zum temporären Mitführverbot gefährlicher Gegenstände vorgelegt. Auch der Potsdam Hauptbahnhof war Teil der Maßnahme.
Das Mitführverbot galt vom 31. Dezember 2025 bis zum 2. Februar 2026 – täglich in der Zeit von 14 Uhr bis 4 Uhr des Folgetages. Über die ohnehin bestehenden Regelungen des Waffengesetzes hinaus untersagte die Bundespolizei das Mitführen gefährlicher Gegenstände, die gegen Menschen eingesetzt werden können und geeignet sind, erhebliche Verletzungen herbeizuführen. Dazu zählten unter anderem Tierabwehrsprays oder Schlaggegenstände.
5.830 Kontrollen – 339 Gegenstände sichergestellt
In den viereinhalb Wochen kontrollierten Einsatzkräfte insgesamt 5.830 Personen an ausgewählten Bahnhöfen in Berlin und Brandenburg, darunter auch am Potsdamer Hauptbahnhof.
Bei 290 Personen stellten die Beamtinnen und Beamten insgesamt 339 gefährliche Gegenstände sicher. In 118 Fällen lag ein Verstoß gegen die entsprechende Allgemeinverfügung vor. Weitere 166 Verstöße betrafen das Waffengesetz oder die in Berlin geltende Waffen- und Messerverbotszone im ÖPNV.
Im Detail wurden sichergestellt beziehungsweise beschlagnahmt:
- 145 Messer
- 80 Reizstoffe
- 22 Hiebwaffen
- 17 sonstige Waffen
- 45 potenzielle Schlag- und Stichgegenstände
- 30 pyrotechnische Gegenstände
Hunderte weitere Straftaten aufgedeckt
Neben den Verstößen gegen das Mitführverbot deckten die Einsatzkräfte insgesamt 501 weitere Straftaten auf. Besonders häufig handelte es sich um Gewaltdelikte (129 Fälle).
Darüber hinaus stellten die Beamtinnen und Beamten 96 Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz sowie 78 Betäubungsmitteldelikte fest. Insgesamt kam es zu 620 Fahndungstreffern. In 48 Fällen konnten offene Haftbefehle vollstreckt werden.
Sicherheitsgewinn auch für Potsdam
Gewalttaten im Bahnbereich stellen aus Sicht der Bundespolizei weiterhin ein bedeutendes Kriminalitätsphänomen dar. In der Vergangenheit sei eine zunehmende Gewaltintensität beobachtet worden – insbesondere durch den Einsatz von Messern, Tierabwehrsprays oder Schlag- und Stichgegenständen.
Nach Einschätzung der Bundespolizei verlief die Maßnahme erfolgreich und habe zu einem spürbaren Sicherheitsgewinn im Bahnverkehr beigetragen – auch für Reisende am Potsdamer Hauptbahnhof.
Ob und in welchem Umfang ähnliche Maßnahmen künftig erneut angeordnet werden, ist derzeit noch offen.

